Kiez-Report Oktober 2003: Seite 4

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Der beste Freund des Menschen

Das ist der Hund.

Ein Auszug aus der Kackologie von Hans-Joachim Tschiernitz bringt es da auf den Punkt: „Willst du mal spazieren geh’n, dann musst du vor die Füße seh’n, und wenn du läufst im Walzerschritt, vermeidest du den Hundeschitt.“ Hat Hundchen dann doch was fallen lassen denkt manch Hundehalter: “Der Scheißdreck geht uns gar nichts an. Und weil das halt so üblich ist, beseitigt keiner diesen Mist. Der Fußgänger findet das nicht fein. Der Hund, dein Freund, ist nicht das Schwein.“

Schluss damit ! Ich schlage vor, diese Hunde schicken wir in die Hundeschule Alt-Biesdorf Nummer 53 und die Hundehalter auf die „Strafbank“. Noch kostet der nicht weggeräumte Hundekot nur 25,- €. Ginge es aber nach der Berliner FDP Fraktion, müssten zwischen 100,- bis 250,- € Ordnungsgeld bezahlt werden. Sicher nicht zu viel, wenn man über die Statistik des Landes erfährt, dass jeden Tag Berlins Hunde 55 Tonnen Exkremente hinterlassen. Deshalb sollen, nicht nur in unserem Kiez, verstärkt Behördenmitarbeiter für Kontrollen eingesetzt werden. Voraussetzung ist natürlich - wie geplant - dass Spender, aber vor allem Eimer für Mülltüten, angebracht und aufgestellt werden. In Einkaufsmeilen wie der Bölschestraße gibt es ja hier und dort Abfallbehälter, die man leider in Siedlungsgebieten vergebens sucht.

Was lernen nun Hund und Hundehalter in der Hundeschule Biesdorf/ Mahlsdorf ? Jeden Sonnabend von 9.30 - 12.00 Uhr geben mehrere Trainer für 2.50 bis 5,- € nach einer theoretischen Einweisung praktische Übungsbeispiele auf dem 18.000 m² großen Gelände.

Der Hundehalter sollte frühzeitig, spätestens jedoch im 4. Monat, wenn der Hund seine Dominanz durchsetzen will, mit einer konsequenten, spielerischen Erziehung beginnen. Der Hund lernt die Sprache des Zweibeiners schnell verstehen, kennt seine Bewegungsabläufe, Tonfälle, Körpergeruch, Gefühlslagen. Er erkennt schnell die Stärken und Schwächen von Herrchen und Frauchen. Deshalb muss er unbedingt lernen, dass im Rudel der Hundehalter das ranghöchste „Tier“ ist. Erst die Konsequenz der erlernten, untergeordneten Rangordnung ist die Grundlage für weiteres Lernen.

Nach spätestens einem Jahr muss der Hund die Grundbegriffe: SITZ, KOMM, PFUI, PLATZ, FUß, BLEIB DA, AUS kennen und darauf auch spontan reagieren. Das lernt er vor allem nur, wenn es für ihn von Vorteil ist. Das ist der Fall, wenn er nach Ausführung der Befehle unbedingt gelobt wird, einen Leckerbissen bekommt oder sein Spielzeug zurückerhält. Gleich danach sollten die körperlichen Berührungen, wie Streicheln und Klopfenerfolgen. Wird so der Hund motiviert und verhaltensgestärkt, kann der Hundehalter stolz sein, dass sein Hund nur die für ihn ausgesuchte Hundetoilette - nämlich den Baum oder das Gebüsch - nutzt. Keine Angst, auch wenn viele Hunde die gleiche Stelle markieren, der Baum geht nicht ein. Sollten sich doch einmal - die Erziehung vorausgesetzt- Verhaltensstörungen zeigen, kann der Hundehalter diese durch gezielte Übungen jederzeit korrigieren, denn der Hund lernt ein Leben lang. Dabei hilft auch die von der Hundeschule erstellte 5,- € Broschüre. Sie gibt Tipps und Hinweise über die Erziehung und Ausbildung von Welpen bis hin zum Hundeführerschein.

Die „Mach mit“ Fäkalientüte gibt es gleich dazu.

Kiez-Reporterin: C. Goesch

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