Kiez-Report März 2004: Seite 5
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Quilitz, Neu-Hardenberg, Marxwalde, Neuhardenberg
Schloss, Park und Kirche in Neuhardenberg
Es sind -6°C und es weht ein kalter Wind. Heute fahren wir entlang der B 1 Richtung Küstrin bis Jahnsfelde, biegen dort links ab und erreichen nach ca.10 km den Ort am Rande des Oderbruchs der große Meister und deren Werke zeigt: Karl August Fürst von Hardenberg (Reformator), Karl Friedrich Schinkel (Baumeister) und Peter Joseph Lenné (Landschaftsgestalter), das markante Schloss, dessen wunderschöner Park und eine der bekanntesten Kirchen.
- "Die Geschichte von Quilitz bis zum Jahre 1763 hin ist arm und dunkel.", schreibt Theodor Fontane in Wanderungen durch die Mark Brandenburg
- 1763 Friedrich II verschenkt Quilitz an den Rittmeister von Prittwitz, weil dieser den König in der Schlacht von Kunersdorf vor drohender Gefangenschaft rettete; Prittwitz baut ein Schloss, 1792 läßt Prittwitz im Park das Marmordenkmal des großen Königs errichten
- 1814 verlieh der König dem Fürsten-Staatskanzler von Hardenberg das Amt Quilitz; der Ort wurde zu Ehren dieses Preußischen Reformators in Neu-Hardenberg umbenannt
- 1944 ist Carl Hans Graf von Hardenberg aktiv an den Vorbereitungen zum Hitlerattentat beteiligt und wird von den Nationalsozialisten enteignet
- 1945 bleibt die Enteignung bestehen, die Familie verlässt den Ort, 1949 umbenannt in Marxwalde und zu DDR-Zeiten Sitz des Regierungsfliegergeschwader
- 1996 Familie Hardenberg erhält ihren Besitz zurück
- 1997 kauft der Deutschen Sparkassen- und Giroverband die Liegenschaft und restauriert das Schloss aufwendig.
- 2002 offizielle Eröffnung für das gesamte Areal; hier finden jetzt Führungen, Konzerte, Lesungen, Theatervorstellungen statt
Was für die Architekturliebhaber das Schloss bedeutet, ist für die Gartenfreunde der von Lenné unter Mitwirkung von Hermann Fürst von Pückler angelegte Landschaftspark. Obwohl es bitter kalt ist, müssen wir einen Rundgang durch den Park zum Friedrichsdenkmal machen. Wir genießen den Blick auf das Gesamtensemble, ein geschaffenes Meisterstück.
Die Schinkel Kirche (Klassizismus) beherbergt das Herz des Fürsten-Staatskanzlers, auf einem Kissen mit Glasglocke, und einen großen Sternenhimmel (jeder Stern stellt eine Spende zur Wiederherstellung nach Schinkel dar). Außen ist die Kirche restauriert, innen wird noch bis März gebaut.
Also widmen wir uns noch dem Mausoleum bzw. der Mausoleumsfront, der letzten Ruhestätte der Hardenbergs. Wir wissen, dieser Ort ist eine der bedeutendsten Kulturadressen im Land Brandenburg.
Zum Abschied kehren wir noch in die "Brennerei" auf ein Bier vom Fass und eine kleinere "Brennerei"-Spezialität ein.
Kiez-Reporterin: S. Schumann



