Kiez-Report März 2004: Seite 6
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„Stadttheater Cöpenick“ feiert 115. Geburtstag
Unser Refugium - so nennt Regina Meier-Lautenschläger, Dramaturgin und Marketing-Chefin am Stadttheater Cöpenick“, liebevoll die Spielstätte auf dem Gelände der Fotochemischen Werke in der Friedrichshagener Straße 9 in Berlin-Köpenick.
Für das Ensemble um Intendant André Nicke ist es aber mehr als nur ein Zufluchtsort. Denn die Bühne ist für die Schauspieler ihr Leben und der Applaus der Zuschauer der schönste Lohn. Immerhin blickt das Stadttheater in diesem Jahr auf sein 115-jähriges Bestehen zurück, denn genau am 14. Februar anno 1889 hob sich in den „Klein’schen Sälen“ am Alten Markt, in der heutigen Lüdersstraße, zum ersten Mal der Vorhang für das Lustspiel „Wie man sich eine Frau verschafft“.
Sicher zur Freude des geschäftstüchtigen Gasthausbesitzers und Stadtrates August Klein, da eintausend Zuschauer (!) zur Premiere gekommen waren. Doch als Anfang der 50er Jahre das Gebäude wegen Baufälligkeit abgerissen wurde, ging damit auch die Ära des Stadttheaters zu Ende. Erst nach der Wende im Frühjahr 1992 knüpfte man an die alte Tradition an und belebte das „Stadttheater Cöpenick“ als Projekt der Kunstfabrik Köpenick auf’s Neue mit der Premiere „Wat braucht der Berliner“. Gespielt wurde zunächst im historischen Rathaussaal, dann in einem Haus in der Freiheit 15, bis auch dort die Lichter verloschen. Seit 1998 am neuen Orte hat sich das „Stadttheater Cöpenick“ mit seinem Repertoire als Familientheater längst einen Namen gemacht. Und das nicht nur im Kiez. Ob Komödie, Puppen- und Märchenspiele oder Sonntagsmatineen - oft ist der kleine Zuschauerraum bis auf den letzten Platz gefüllt. So lassen „Caruso in Cöpenick“ und „Shirley Valentine“ ebenso grüßen wie „Hänsel und Gretel“ und „Max und Moritz“. Und zum Jubiläum auf den Tag genau nach 115 Jahren präsentierten Regina Nitzsche und Rolf „Cello“ Fischer ihr Programm mit dem Titel „Deftiges Berlin“ - mal heiter oder boshaft, mal tiefernst oder komisch - unter dem Beifall des Publikums.
Anspielungen auf das Lustspiel von dunnemals, „Wie man sich eine Frau verschafft“, waren dabei durchaus nicht zufällig. Sie sollten also nicht versäumen, dem „Stadttheater Cöpenick“ Ihre Aufwartung zu machen. Telefon: 650 16 234 bzw. 707 17 252; Eintritt: 10,00 €/ ermäßigt 6,00 € (abends); 5,00 € (nachmittags); Kindervorstellung: 2,50 € (Erwachsene: 3,50 €); Sonntagsmatineen: 7,50 €.
Kiez-Reporterin: W. Gudenschwager



