Bachmann Immobilien Kiez-Report Mai 2004: Seite 3

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Alte Pracht in neuem Glanze

Zu den Sehenswürdigkeiten von Köpenick gehört zweifellos auch das zwischen 1677 und 1690 von Rutger van Langerfelt und Johann Arnold Nering errichtete Schloss.

Wenn es nun am 27. Mai zum ersten Male seit 1994 wieder seine Pforten öffnet, präsentiert es sich nach grundlegender Instandsetzung in neuem Glanze.

So wurde während der letzten zehn Jahre das gesamte barocke Bauensemble durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz umfangreich modernisiert, wobei insbesondere die Restaurierung der barocken Raumdekorationen den Experten ein hohes Maß an kunsthistorischen und konservatorischen Kenntnissen abverlangte. Einst als adliger Wohnsitz für Kurprinz Friedrich errichtet, war das Gebäude später Jagdschloss, dann Witwensitz, aber auch Staatsgefängnis und Militärdepot sowie ab 1851 Schullehrerseminar. Von 1927 bis 1941 wurde es als Wohnheim für auslandsdeutsche Studenten und nach 1945 vom Staatlichen Volkskunstensemble der DDR genutzt.

Im Jahre 1963 fand hier schließlich das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin (Ost) eine Heimstatt, womit auch die wechselvolle Geschichte des Bauwerks endete. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde beschlossen, das Schloss Köpenick als zweites Haus für das seit 1985 in einem neuen Gebäude am Kulturforum im Westteil der Stadt befindliche Kunstgewerbemuseum zu belassen. In einem Vorwort zu einer demnächst erscheinenden Publikation schreibt Museumsdirektorin Dr. Angela Schönberger: „Das am Wasser gelegene barocke Schloss Köpenick ist … der ideale Ort, Werke der Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko ästhetisch wirkungsvoll zu zeigen. Die Besonderheit … liegt daher in der spannungsreichen und für Berlin ungewöhnlichen Kombination von Schlossgebäude und musealer Sammlung.“ Die in 29 Räumen aufwendig restaurierten, reich stuckierten und mit mythologischen Szenen bemalten Decken sind ein Kleinod des Köpenicker Schlosses. Dazu gehört des Weiteren der repräsentative „Wappensaal“, einer der bedeutendsten Säle des deutschen Barock. Der Besuch des Schlosses und der nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten wieder hergestellten Gartenanlagen sollte deshalb bei einem Spaziergang durch Köpenick unbedingtes Muss sein.

 

Kiez-Reporterin: W. Gudenschwager



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