Kiez-Report September 2004: Seite 4
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Einladung zum Schlossfest
Südöstlich von Berlin, mitten im Dahme-Seengebiet, umgeben von einem reizvollen Landschaftsschutzgebiet und ausgedehnten Wäldern, liegt Königs Wusterhausen.
Der Ort ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für Berliner und Brandenburger. Als Kunst- und Kulturstadt ist er von großer internationaler Bedeutung.
Neben dem Museum für Deutsche Rundfunkgeschichte auf dem Funkerberg ist die größte Sehenswürdigkeit das Renaissanceschloss Königs Wusterhausen. Es ist nur fünf Gehminuten vom S-Bahnhof KW, Endstation der Linie S 46, entfernt. Die Geschichte der Stadt ist mit dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. verbunden, der dem Ort seinen Namen gab. Als zehnjähriger Kronprinz erhält er 1698 von seinem Vater die damals mittelalterliche Burg als Geschenk. Mit sparsamen Mitteln ausgebaut, wurde sie zum Schloss Wusterhausen. Hier bereitete er sich als „Soldatenkönig“ auf seine Regierungsarbeit vor.
Mit spartanischer Disziplin legte Friedrich Wilhelm I. die Grundlage der preußischen Armee. Seine Garde nannte er, wegen ihrer Körpergröße, die „Langen Kerls“. Staatspolitische Angelegenheiten und seine eigenwilligen Reformpläne wurden im legendären „Tabakskollegium“ bei ausgiebig Bier- und Tabakgenuß besprochen und entschieden. So war es Brauch im Schloss Wusterhausen, wer nicht rauchen konnte, musste wenigstens so tun als ob. In der unendlichen wald- und wildreichen Umgebung von Königs Wusterhausen konnte Friedrich Wilhelm I. seiner großen Jagdleidenschaft nachgehen. Schloss und Garten wurden von seiner Familie im 19. Jahrhundert als königliches Jagdschloss genutzt.
In den „Kavalierhäusern“ neben dem Schloss logierten die Kavaliere, die Gäste des Königs. Heute befindet sich dort das „königliche“ Restaurant mit märkischer Spezialitätenküche und eine Zuckerbäckerei. Besonders lecker schmeckt das Brot aus dem Holzbackofen. Es wird nach historischem Rezept gebacken.
Aus den geöffneten Fenstern im gegenüberliegenden Kavalierhaus klingt klassische Musik, gespielt von Schülern der Kreismusikschule. Daneben ein prachtvoller Festsaal mit zeitgemäßer Ausstattung, der einen stimmungsvollen Rahmen für musikalisch-literarische Veranstaltungen bietet. Gern wird der Saal auch für Feste und Feierlichkeiten zu besonderen Anlässen gemietet. Das Museum im Schloss zeigt heute einen umfangreichen Einblick in das Leben von Friedrich Wilhelm I. und seiner Gemahlin Sophie Dorothea. Höhepunkt ist eine Ausstellung mit 40 Bildern, die vom König selbst gemalt wurde. Die Stadt und die „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“ laden alle Leser am 25. September 2004, ab 10 Uhr zum großen Schlossfest nach Königs Wusterhausen ein. In einem historischen Festumzug durch die Stadt können die Besucher die Hof- und Jagdgesellschaft von Friedrich Wilhelm I., sowie den König und seine Gemahlin, zu Pferde als auch in alten Kutschen, erleben. Nach „erfolgreicher Jagd“ feiern König und Königin samt Gefolge im Schlosspark ein großes Fest. Bei freiem Eintritt zu den Veranstaltungen und in das Museum erleben die Besucher einen historischen Handwerkermarkt, die Rekrutierung der Soldaten für die Preußische Armee, Theateraufführungen, Lesungen sowie Chor- und Instrumentalmusik. Speisen und Getränke gibt es wie zu Zeiten des Soldatenkönigs. Krönender Abschluss ist ein königliches Höhenfeuerwerk.
Viel Spaß wünscht das YBI-Team und
Kiez-Reporterin: C. Goesch



