Bachmann Immobilien Kiez-Report April 2005: Seite 5
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Tierpark-Geburtstag
Die Zeit der Osterlämmer ist diesmal auch die Zeit, da sich bei den Elefantendamen Cynthia, Kewa und Pori in Friedrichsfelde Nachwuchs ankündigt.

Während Nova bereits Mitte Februar ein Bullenkalb zur Welt brachte, werden die drei anderen Dickhäuter-Babys dort im April erwartet – ein Ereignis der besonderen Art und zugleich eine zoologische Sensation im 50. Jahr des Tierparks Berlin, des größten Landschaftstiergartens in Europa.
Nachdem der Ostberliner Magistrat im August 1954 einen entsprechenden Beschluss gefasst und damit den Startschuss für die Projektierungsarbeiten nach Ideen des Gründers und langjährigen ersten Direktors, Prof. Dr. Dr. Heinrich Dathe, gegeben hatte, erfolgte bereits am 30. November desselben Jahres die Grundsteinlegung für den Tierpark auf dem Gelände des ehemaligen Schlossparks Friedrichsfelde. Und nach nur drei Monaten Bauzeit konnte bereits am 2. Juli 1955 die Eröffnung mit einem großen Volksfest gefeiert werden. Zum zentralen Objekt des „Nationalen Aufbauwerkes“ erklärt, packten Berlinerinnen und Berliner in den ersten Jahren nach 1955/’56 beim Aufbau tatkräftig mit an, denn schließlich sagt man ihnen nicht umsonst ihre große Tierliebe nach. Bereits im ersten Jahr wurden 600.000 Besucher gezählt, die auf „tierische“ Entdeckungsreise gingen, und das auf gerade 60 ha mit 400 Tieren in 120 Arten, darunter aber schon zwei Elefanten.
Heute präsentiert sich der Tierpark auf 160 ha mit 10.028 Tieren in 1.061 unterschiedlichen Arten mit jährlich weit über einer Million Gästen aus nah und fern. Am bekanntesten ist wohl immer noch die 1958 errichtete Felsanlage gleich neben dem Eingang, das sogenannte „Bärenschaufenster“ oder das 1963 eröffnete Alfred-Brehm-Haus für Großkatzen mit seiner Freiflughalle für tropische Vögel und Flughunde. Doch bei einem Rundgang durch den großzügig gestalteten Tierpark kann sich der Besucher auch davon überzeugen, dass nach der Wende viele Gehege hinzugekommen sind, wie etwa der erst im vergangenen Jahr eingeweihte zweite Abschnitt der Bergtieranlage.
Doch die Einsparungen in allen Bereichen machen auch vor dem Tierpark nicht halt. Dazu der 32-jährige Thomas Ziolko, seit 2004 Vorsitzender des Vereins der Tierparkförderer: „Die permanente Finanznot macht es erforderlich, weiterhin verstärkt Sponsoren und Spender zu finden, um auch künftig den Aus- und Aufbau des Tierparks unterstützen zu können. Unser gegenwärtiges Projekt ist ein neues Haus für die Riesenschildkröten, für das wir 130.000,- € aufbringen wollen.“ Der Verein mit derzeit 670 Mitgliedern, der übrigens 2006 auf ein halbes Jahrhundert zurückblickt, will das Jubiläum zugleich nutzen, den Tierpark verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und zugleich auf seine eigenen Aktivitäten aufmerksam zu machen.
Neue Mitglieder sind deshalb immer gefragt. (Infos unter: 030/ 51 53 14 07)
Ein Ausflug in diese einzigartige Großstadt-Oase sollte man im Jubiläumsjahr keinesfalls versäumen. Ob Raubtierhaus oder Streichelzoo – hier findet jeder sein Lieblingstier. Vergessen sollte man dabei aber auch nicht einen Besuch des als Museum eingerichteten Schlosses Friedrichsfelde, dem historischen Mittelpunkt des Tierparks.
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