Bachmann Immobilien Kiez-Report Oktober 2005: Seite 3
Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Gewinnspiel
Neu Zittau - woher kommt der Name?
Wie oft bin ich schon durch dieses 1300-Seelendorf zwischen Gosen und Erkner gefahren? Immer beschäftigte mich die Frage, warum dieser Ort Neu Zittau heißt.
Da gibt es doch .... Richtig. Direkt neben der Dorfkirche, im alten Gemeindehaus gibt es ein Heimatmuseum. Es ist nur sonntags zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Dass Geld ist knapp. Frau Mertens versieht bei meinem Besuch den Sonntagsdienst. „Wir sind ein kleines Häuflein von 13 Personen im Heimatverein. Alles Frauen, ein Mann ist dabei. Erst im Juli 2000 haben wir uns gegründet. Das war in Vorbereitung der 250-Jahr-Feier unseres Ortes. Durch eine Sammelaktion museal geeigneter Dokumente und Gegenstände hatten wir den Grundstock für eine Ausstellung geschaffen. 2001 haben wir im Gemeindehaus eine Heimatstube eröffnet. Seit 2003 befindet sich das Heimatmuseum.“
Frau Mertens erzählt mit Begeisterung von ihrer bescheidenen Arbeit im Heimatverein und dem Wunsch, dass es ruhig ein paar mehr Neu Zittauer sein könnten, die diese Arbeit unterstützen. Ich drehe in dem Haus die Runde. In einer Küche, einem Wohn- und einem Hauswirtschaftsraum werden Möbel, Bilder, Bücher, Haushaltsgeräte, Maschinen, Kleidungsstücke, Wäsche, Schreibgeräte, Radios, Handwerkszeug, landwirtschaftliche Geräte u.v.m. gezeigt. „Mit unserem Heimatmuseum - klein und bescheiden - wollen wir dazu beitragen, unseren Ort für die Besucher erlebbarer zu machen. Unsere Bürger sollen die Geschichte des Spreedorfes kennen lernen.“ Frau Mertens lässt mich wissen, dass sie für das Heimatmuseum immer noch Dokumente der unterschiedlichsten Art suchen. Da werden sich doch die Neu Zittauer nicht lumpen lassen!
Ach ja. Meine Frage! Ich erfahre, Friedrich der II. gründete den Ort 1753 als Kolonistendorf, ließ 50 Doppelhäuser für 100 Spinnerfamilien bauen und wollte Feinspinner aus Zittau in Sachsen ansiedeln. Daher bekam Neu Zittau auch seinen Namen. Es kamen jedoch nur 2 Familien aus Zittau, die meisten Kolonisten kamen aus anderen Teilen Sachsens, aus Würtemberg und aus Böhmen. Die Spinnerei kam jedoch nicht recht in Gang, von dem geringen Einkommen konnte eine Familie kaum leben. In den ersten Jahren verließen viele Familien wieder den Ort. Durch die geringe Entfernung zur Spree entwickelte sich das Schiffergewerbe. Ein Thema für sich, eine neue Geschichte. Meine Frage ist erst einmal beantwortet. Dank an den Heimatverein, das Heimatmuseum und Frau Mertens.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel
Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Gewinnspiel
