Kiez-Report März 2006: Seite 4

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Hamburger Bahnhof -Museum der Gegenwart


1847 entstand der „Hamburger Bahnhof" als Endbahnhof der Strecke Hamburg - Berlin. Er wurde im spätklassizistischen Stil gebaut und ist heute der einzigste noch erhaltene Kopfbahnhof aus dieser Zeit. 1906 wurde er zu einem Verkehrs- und Baumuseum. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der Bahnhof in die Verwaltung der Ostberliner Reichsbahn. Der Bahnhof war damals schon Museum, allerdings verfallen und zerstört. Die Deutsche Reichsbahn hatte gemäß Regelung der Alliierten nur Rechte auf Transporte. So lag der Bahnhof über 40 Jahre brach. 1996 nach dem Umbau und der Neugestaltung durch den Architekten Kleihues wurde das Museum der Gegenwart innerhalb der Staatlichen Museen zu Berlin eröffnet.

Das Erwachen kam: Bildende Kunst wird gezeigt, neue Aspekte des Kunstbegriffes wurden visualisiert, Medien genutzt; Alltagskunst, Diskussionen, Musikveranstaltungen, Lesungen kommen aufs Programm. Eigentümer ist das Land Berlin. Ziel war es, privaten Sammlern einen interessanten Standort in Berlin zur Verfügung zu stellen. Erich Marx stellte seine qualitätsvolle Sammlung als Dauerleihgabe zur Verfügung. Weitere, bisher noch verborgene Sammlungsbestände des 20. und 21. Jahrhunderts sollten erschlossen, und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Medienarchiv von Joseph Beuys arbeitet im Hamburger Bahnhof. Dessen Hauptaufgabe besteht darin, die vorhandenen Film- und Tondokumente von und über Beuys zu sammeln, zu archivieren und möglichst digitalisiert der Forschung als auch dem Publikum zugänglich zu machen. 2002 war der Ankauf der Sammlung „Marzona" von großer Bedeutung. Man sagt, man findet in ihr wegweisende künstlerische Positionen nach 1960, nachvollziehbar mit Fotos, Videos und Plakaten. Das ist ein breites Arbeits- und Forschungsfeld für junge Kunsthistoriker. 2004 änderte sich das Erscheinungsbild des Museums mit der zunächst auf sieben Jahre befristeten Leihgabe der „Friedrich Christian Flick Collection" an dem Hamburger Bahnhof noch einmal wesentlich. Die Rieckhallen kamen als Museumsanbau hinzu (1996 wurde aus finanziellen Gründen der Westflügel nicht realisiert). Der Sammler und Industriellen-Erbe Friedrich Christian Flick bezahlte für die neuen „Rieck-Ausstellungshallen" neben dem Hamburger Bahnhof seinerzeit 8 Millionen Euro. Heute ist der Hamburger Bahnhof die größte Privatsammlung und ein geschätztes Zentrum internationaler zeitgenössischer Kunst, das ein breites Publikum erreichen will. Bis 23. April 2006 erwartet Sie noch „Fast nichts". Nutzen Sie die Tage und genießen Sie zeitgenössische Kunst. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.hamburgerbahnhof.de.

Kiez-Reporterin: S. Schumann

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