Kiez-Report Februar 2009: Seite 4

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Nach 260 Jahren wieder an den Ursprungsort zurück

Die Gemeinde Schöneiche hat ein Wahrzeichen, das den Ort weit über die Gemeindegrenzen hinweg bekannt gemacht hat, die Schlosskirche. Sie wurde ursprünglich, wie viele Gotteshäuser in der damaligen Zeit, aus Feldsteinen errichtet und gilt als frühgotischer Feldsteinbau, der 1725 als barocker Putzbau erneuert und erweitert wurde.

Der Ursprung der Kirche geht allerdings weiter in die Jahrhunderte zurück. Es soll an dieser Stelle eine von den Zisterziensern erbaute Kapelle gestanden haben. Vor allem der Dreißigjährige Krieg fügte dem Haus großen Schaden zu. Der im Westen angebaute Turm wurde 1725 neu hinzugefügt und mehrfach erneuert (1830, 1879, 1906, 1932 und 1989).

Interessant sind vor allem die historisch bedeutsamen Grabmale der früheren Schlossbesitzer, der Herren von Krummensee: Wilhelm von Krummensee, gestorben 1585, Christoffel von Krummensee, gestorben 1596 und Elisabeth von Krummensee geborene von Olow, gestorben 1613.

Und zwei weitere Namen sind eng mit der Geschichte der Kirche verbunden. Das Gutsbesitzer-Ehepaar Severin und Rosina Schindler stiftete den Umbau der Schlosskirche im Barockstil, der dem Haus schließlich das heutige Aussehen verlieh. Severin Schindler war u. a. Begründer und Besitzer der Königlichen Gold- und Silbermanufaktur in Berlin. Die kinderlosen Eheleute wohnten in Berlin, hielten sich jedoch des Öfteren auf dem Rittergut in Schöneiche auf. Die Familie Schindler setzte sich immer wieder für die Gemeinde und deren Bewohner ein. So stiftete Schindler 1726 eine wertvolle Bibliothek mit theologischer und Erbauungsliteratur. Im Jahr 1730 wurde in Schöneiche eine Dorfschule gebaut, aus der später ein Waisenhaus für Knaben entstand. Nach dem Tode ihres Gatten setzte sich auch Rosina Schindler für das Wohl des Ortes, insbesondere für das Waisenhaus, ein. Sie vermachte durch ihre Testamente das gesamte Vermögen dem Waisenhaus. In den Jahren 1739 und 1740 ließ sich das Ehepaar Schindler, wie es damals üblich war, in Öl porträtieren. Diese Bilder wurden zum Andenken an das großherzige Ehepaar in der Schlosskirche aufgehängt. Inzwischen werden die kulturhistorisch wertvollen Bilder allerdings im Depot des Märkischen Museums in Berlin aufbewahrt. Um sie der Öffentlichkeit wieder präsentieren zu können, müssen sie allerdings umfangreich restauriert werden. Nun hat sich eine Initiativgruppe zum Ziel gesetzt, die Patronatsbilder wieder an ihren angestammten Ort zurückzuführen. Die Kosten für die Restaurierung sollen durch eine Spendenaktion aufgebracht werden.

Kiez-Reporter: E. Nemschok

 

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