Kiez-Report März 2009: Seite 3

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Die Farbe der Steine gaben dem Haus den Namen

Wir verlassen heute unseren Treffpunkt Weltzeituhr auf dem Alex. Nachdem wir den S-Bahnhof passiert haben, sehen wir linksseitig eines der bekanntesten Wahrzeichen von Berlin, das Rote Rathaus. Sein Name leitet sich nicht von der derzeitigen Berliner Regierungskoalition, dem Rot-Roten-Senat, ab. Der Name des Gebäudes stammt von der Fassadengestaltung mit roten Ziegelsteinen. Es wurde zwischen 1861 und 1899 nach Entwürfen von Hermann Waesemann gebaut. Diese Mehrflügelanlage im Rundbogenstil hat drei Innenhöfe und einen knapp 74 m hohen Turm, der ein wenig an den Londoner Big Ben erinnert. 36 Terrakottatafeln, die sich entlang der Gebäudefassade befinden, stellen die Geschichte der Stadt Berlin von ihren Anfängen bis zur Reichsgründung 1871 dar. Der gewaltige Bau in den Abmessungen 99 x 88 m war bis zur Wende Sitz des Ostberliner Magistrats. Danach wurde er Sitz des Berliner Senats und des Regierenden Bürgermeisters.
Wunderschöne Säle eignen sich für Empfänge und Veranstaltungen. Dazu gehören u.a. der Wappensaal, der die in die Fenster eingearbeiteten Wappen aller Berliner Stadtbezirke zeigt, der Säulensaal und der große Saal des Rathauses. In ihm ist auch das berühmte Bild "Der Berliner Kongress von 1878" von Anton Werner zu sehen. Mit seiner enormen Abmessung von 6,15 x 3,60 m findet es das Interesse eines jeden Besuchers. Auf diesem Kongress wurde der Friede zwischen Russland und der Türkei geschlossen.
Zwei Säle in der dritten Etage stehen für Sitzungen zur Verfügung und können auch angemietet werden. Auf dem Flur sind außerdem die Porträts der von Rolf Dübner gezeichneten Berliner Ehrenbürger angebracht.
In das Goldene Buch der Stadt haben sich u.a. mit Widmung, Fotos und Unterschrift Königin Elisabeth II, der amerikanische Präsident John F. Kennedy und die Schauspielerin Marlene Dietrich verewigt.
Ihre Aufmerksamkeit lenke ich auch auf zwei Statuen, die "Trümmerfrau" und den "Aufbauhelfer", die an den schweren Wiederaufbau der Stadt und des Rathauses erinnern sollen.
Auf dem Vorplatz steht auch der Neptunbrunnen. Er war einst ein Geschenk der Stadt Berlin an Kaiser Wilhelm II. Die vier Frauen, die den Brunnen umgeben, symbolisieren die Flüsse Elbe, Rhein, Oder und Weichsel. Mit seiner beeindruckenden Größe und seinem Standort ist der Brunnen ein beliebtes Fotomotiv.
Fernsehturm, Marienkirche und die historischen Gebäude Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor sind die nächsten Ziele.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel
 

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