Kiez-Report März 2009: Seite 4

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Die Filmstudios Babelsberg
Wirkungsstätte von Lang, Staudte und Konrad Wolf


Babelsberg? Ach ja, dieser Name bedeutet: Film! Nicht erst seit heute oder gestern. Nein, dass ist so seit 1911, seit dem das Filmstudio in Potsdam-Babelsberg gegründet wurde. Wenige wissen, dass es das älteste Großfilmstudio der Welt und das größte Filmstudio in Deutschland ist. Gleich im ersten Jahr drehte hier Urban Gad mit der bekannten Asta Nielsen den Stummfilm "Der Totentanz". Legendäre Filme wie "Metropolis" von Fritz Lang und "Der Blaue Engel" von Josef von Sternberg machten in der Anfangszeit Babelsberg über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Im Jahr 1926 wurde für den ersten deutschen Tonfilm "Melodie des Herzens" ein Tonfilmatelier, das sogenannte Tonkreuz, errichtet. Es war das Modernste, das es zur damaligen Zeit gab.
Über 1000 Filme, vor allem Propagandafilme, wurden während des Dritten Reiches in den Babelsberger Studios produziert. Der erste Film nach dem Krieg, "Die Mörder sind unter uns" unter der Regie von Wolfgang Staudte, entstand in einem ehemaligen Ausflugslokal, dem Althoff-Atelier. Ab September 1947 wurde das ehemalige Ufa-Gelände wieder für Filmproduktionen freigegeben. Über 700 Spielfilme, mehr als 150 Kinderfilme und über 600 Filme für den Deutschen Fernsehfunk entstanden hier bis 1990.
Nach der Wiedervereinigung wurden Millionensummen in den Ausbau der Studios und den Aufbau der Medienstadt Babelsberg investiert. Das Studio ist heute ein Teil der Medienstadt. Zu ihr gehören auch der Filmpark, die Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf", das Sendezentrum des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), das Deutsche Rundfunkmuseum und das Deutsche Rundfunkarchiv. Ansässig ist hier auch das Deutsche Filmorchester. Mit 25.000 m² Fläche und 16 Studios ist Babelsberg heute der größte zusammenhängende europäische Filmstudiokomplex.
Wer sich umfassend über Film- und Fernsehproduktionen informieren möchte, sollte unbedingt einen Besuch des Filmparks Babelsberg einplanen. Dieser ist ab 7. April bis 1. November 2009 täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Detailierte Angaben über Veranstaltungstermine entnehmen Sie bitte der Internetseite des Filmparks (www.filmpark-babelsberg.de).
Im Filmmuseum Potsdam, im Marstall am Lustgarten können Sie sich zusätzlich über Stars und die an den Filmproduktionen beteiligten Künstler, Handwerker und all jene informieren, die glaubten, mitreden zu müssen. Das Museum stellt fest: Bei manchen Filmen war die Herstellung spannender als der fertige Film.
Kiez-Reporter: H. Saddey


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