Kiez-Report Juni 2009: Seite 3
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Auf 7500 Quadratmetern deutsche Geschichte erleben
Setzen wir unseren Weg vom Neptunbrunnen Richtung Unter den Linden fort. Hier im Zentrum der Hauptstadt werden in den nächsten Wochen und Monaten gravierende Veränderungen sichtbar werden, über die zu gegebener Zeit noch zu schreiben sein wird. Am Ostufer haben 53 Bäume dem neuen U-Bahnhof Platz gemacht. Vom Palast der Republik ist nichts mehr zu sehen. Hier wird das neue Humboldt-Forum (Stadtschloss) erbaut. Vorbei am Berliner Dom empfängt uns am Westufer der Spree das nach Plänen von Andreas Schinkel erbaute Zeughaus. Das Gebäude unter den Linden ist ein wichtiger Ort, in dem Berliner und deutsche Geschichte geschrieben wurde und heute präsentiert wird. Seit Juni 2006 wird im ehemaligen preußischen Waffenarsenal eine neue Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums gezeigt. Für die bis in die Römerzeit reichende Dokumentation stehen auf zwei Etagen 7500 Quadratmeter zur Verfügung. Die Zeitspanne reicht bis zum Fall der Berliner Mauer sowie zu Fotos und Dokumentationen, die über die Wiedervereinigung und den konfliktreichen Einigungsprozess berichten. Hier lernt der Besucher die Lebensweise und Kultur vergangener Generationen kennen, erfährt wie Preußen, Sachsen, Schwaben und Bayern Kunst und Wissenschaft beeinflusst haben. Die Ausstellung spart nicht die vielen Kriege aus, die auf deutschem Boden geführt oder von dort aus in wichtige Nachbarländer getragen wurden. Angeprangert werden die Verbrechen des Nationalsozialismus an Juden und anderen Menschen. Wirtschafts- und Wissenschaftsinteressierte finden reichlich Anschauungsmaterial.
Zu den wichtigsten Neuerungen nach der Sanierung des ehemaligen Zeughauses gehört ein elegant gestaltetes Glasdach über den Innenhof. Es schützt nicht nur die Ende des 17. Jahrhunderts von Schlüter geschaffenen Masken sterbender Krieger und anderen Skulpturenschmuck. Das Dach bedeckt eine große Fläche, die für repräsentative Veranstaltungen und Konzerte genutzt wird.
Das Zeughaus hat in der Revolution von 1848 eine bedeutende Rolle gespielt. Er ist deshalb ein wichtiger Geschichtsort in Berlin. Am 14. Juni 1848 stürmten Arbeiter und Handwerker das von Bürgerwehr und königlichem Militär besetzte Waffenarsenal. Sie waren empört über die ihnen vorenthaltene Verbesserung ihrer Lebenslage und die Ignoranz des Königs, verfassungsmäßige Zustände herzustellen.
Hier im Deutschen Historischen Museum werden sie viel Neues und Interessantes entdecken. Allen Berlinern und ihren Gästen ist ein Besuch des ehemaligen Zeughauses wärmstens zu empfehlen.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel

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