Kiez-Report Juni 2009: Seite 4
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Eine Fahrt mit der Tonlorenbahn durch den Naturpark
oder mit der Dampflok eine Tour durch die “Tonstich-Landschaft“ von Europas ehemals größtem Ziegeleirevier machen. So bequem lässt sich Industrie-Geschichte erkunden. Natur, Kultur und Technik, das kann man unweit der märkischen Kleinstadt Zehdenick erleben, im Ziegeleipark Mildenberg. Auf dem Gelände des heutigen Industriedenkmals kann man an historischen Orten eine Zeitreise zur 100- jährigen Geschichte der Ziegelherstellung erleben.
Die Ziegelproduktion begann Ende des 19. Jahrhunderts mit der Entdeckung reicher Tonvorkommen auf dem Gelände des heutigen Museums. Als mit zunehmender Bevölkerungsdichte in der Hauptstadt und in Brandenburg ein regelrechter Bauboom ausbrach, sollten ganze Stadtteile Berlins und Kleinstädte der Mark mit hochwertigen Ziegeln aus Mildenberg aufgebaut werden. Doch die manuelle Produktion war mühsam und zeitaufwändig. Bis Friedrich Eduard Hoffmann (1818-1900) den Ringofen zum Brennen von Ziegeln erfand. Jetzt erst konnte massenhaft und günstig das dringend benötigte Baumaterial hergestellt werden. Mit dem Abbau von Ton entstanden aber auch viele Gruben und die Landschaft sah irgendwann aus wie ein „Löcherkäse“. Im Laufe der Jahre haben sich die Abbaugebiete mit Wasser gefüllt. Mehr als 50 Seen bilden jetzt, perlenschnurartig aneinandergereiht, mit der Havel eine interessante Wasserlandschaft im Ruppiner Land. Diese reizvolle, so genannte Tonstich-Landschaft, ist Teil des Naturparks Uckermärkische Seen. Ein Paradies, wo man noch Biber und Fischotter beobachten oder dem Gesang von Rohrdommel und Drosselrohrsänger lauschen kann.
Der Ziegeleipark Mildenberg nutzt diese wunderbare, grüne Idylle und bietet regelmäßig Touren durch den Naturpark mit einer Tonlorenbahn an. An jedem ersten Wochenende im Monat wird der Zug sogar von Dampftoni gezogen. Die Lok aus dem Jahr 1955 schnauft dampfend etwa 90 Minuten durch die romantische Tonstich-Landschaft. Wer sich eher für die Ziegelei- und Technikgeschichte interessiert, dem wird eine 45 - Minuten-Rundfahrt mit der Ziegeleibahn durch das denkmalgeschützte Schaugelände empfohlen. Mehrere Haltepunkte ermöglichen den Ein- und Ausstieg für individuelle Besichtigungen. Während der Tour gibt es wertvolle Tipps für eine gezielte Erkundung der gesamten Industrie- und Kulturstätte. Lehrreich und spannend sind auch die Führungen durch authentische Stätten wie: den Ringöfen, wo Schauvorführungen stattfinden, die alte Schmiede und historische Werkstätten sowie eine funktionstüchtige alte Dampfmaschine und die restaurierte Dampflok „LOWA“. Einmal im Jahr, immer am ersten Maiwochenende, wird im Industriepark sogar eine ganze Parade dampfender Mobile gezeigt. Da kommen auch die Technikfreaks aus den Nachbarländern um beim „Dampfspektakel“ ihre kleinen Modelle, bis hin zu tonnenschweren Maschinen, zu präsentieren.
Weitere Infos und Veranstaltungen unter: 03307-31 04 10.
Kiez-Reporterin: C. Goesch
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