Kiez-Report Juli 2009: Seite 4
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Eine holländische Staatsyacht im Schlosspark von Oranienburg
Schon von weitem leuchten die gold-glänzenden Ornamente an den Bordwänden der 18 Meter langen und fast fünf Meter breiten Yacht aus dem 17. Jahrhundert. Ein riesiger Mast ragt in die Höhe. Am Bug glänzt majestätisch die Galionsfigur auf weißem Schimmel. Dieses Prachtstück von Segelschiff ist ein originaler Nachbau aus der Brandenburgischen Flotte des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelms. Es wurde für die Landesgartenschau in Oranienburg gebaut und soll goldenen Zeiten entgegen segeln. Das ist für die Stadt auch sehr wichtig, denn sie war nach dem II. Weltkrieg zu etwa 70% zerstört und bis zur Wiedervereinigung unscheinbar und grau. Doch als Oranienburg den Wettbewerb um die Ausrichtung der Laga 2009 gewann, verkündete der Bürgermeister „...Blumen statt Bomben“. barocke Altstadtkern ist zum größten Teil wieder hergestellt. Straßen und Plätze sind neu entstanden, viele Gebäude saniert und eine neue Brücke über die Havel gibt es auch. Oranienburg hat sich für die Gäste der Landesgartenschau richtig fein gemacht. Schon der Weg zum Schaugelände, vom Bahnhof über die Bernauer Straße, begeistert mit seiner farbigen Pracht. Riesige Blumenkübel in orange schmücken den Weg. Viele Bürgerhäuser aus der Zeit um 1900 sehen jetzt interessant aus und nach wenigen Gehminuten ist der Besucher am Eingang des großen Laga-Geländes. Jetzt muss man sich entscheiden. Über die Havelpromenade führt ein reizvoller Weg, immer am Kanal entlang, direkt bis zum Schlosshafen mit der historischen Jacht. Doch bewundern kann das Schiff nur, wer 12,- € Eintritt für die Laga bezahlt. Besser ist der direkte Weg über die neue Havelbrücke zum Schloss. Das ist auch der kürzeste Weg, um in die „Traumlandschaft einer Kurfürstin“ einzutreten. Hier lebte ab 1651 die holländische Prinzessin Louise Henriette von Oranien-Nassau und spätere Gemahlin des Kurfürsten von Brandenburg. An diesem Ort ließ sie sich einen Landsitz nach niederländischem Vorbild bauen und mit Hilfe holländischer Siedler wurde aus dem einstigen Brachland eine blühende Landschaft. So schuf Henriette ihre Traumlandschaft, die sie doch so an die Heimat erinnerte. Neben dem großen, alten Schlossgarten wurde für die Laga ein blühender, neuer Park mit Wassergräben und Grachten angelegt. Auf einer weiten Wiese erhebt sich mächtig die Silhouette der Kurfürstin, die auf 17 Gartenzimmer schaut. Jede Fläche setzt einen Traum Henriettes in Bildern aus Blumen, Pflanzen und Objekten um. Nicht weit entfernt ist die Blumenhalle, die alle zwei Wochen mit einer neuen Blütenschau überrascht. Das gesamte Gelände wird bis Mitte Oktober durch Wechselpflanzungen viermal neu erblühen.
Kiez-Reporterin: C. Goesch

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