Kiez-Report April 2010: Seite 4

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Die Königin der Herzen im Schloss Charlottenburg

U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz. Endstation für alle Freunde der Historie auf dem Weg zu einer schönen und bedeutenden Frau aus dem 19. Jahrhundert. Es geht zu Königin Luise ins Schloss Charlottenburg. Der größten noch gut erhaltenen Residenz der Hohenzollern in Berlin. Hier erinnert die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg an die Gattin von Friedrich Wilhelm III, die auch eine der populärsten Frauen der preußischen Geschichte war. Die Königin starb zwar vor 200 Jahren, aber bis heute zieht sie die Menschen in ihren Bann. Ihre Schönheit, ihre Anmut, ihre Natürlichkeit und ihr harmonisches Familienleben waren es, was Luise schon zu Lebzeiten zur Legende machte. Durch ihren Einsatz für einschneidende politische Reformen und ihre Gegnerschaft zu Napoleon wurde für sie zur Hoffnungsträgerin in Preußens „schwerster Zeit“, zu Beginn des 19. Jahrhunderts.“ Dafür wurde sie verehrt, wie einst Elisabeth von Österreich, genannt Sissi.

Neben der Berliner Pfaueninsel und dem Brandenburger Paretz war auch das Schloss Charlottenburg Wohnort und Wirkungsstätte im Leben von Königin Luise. Prachtvolle Räume und prunkvolle Säle im Schloss bilden den Mittelpunkt der Sonderausstellung: „Luise. Leben und Mythos der Königin“ vom 6. März bis 31. Mai 2010. Im Neuen Flügel kann sich der Besucher dem Leben von Luise über Gemälde, Skulpturen, Grafiken und historischen Dokumenten nähern und Parallelen zur Gegenwart finden.

Die Luisenwohnung wurde nahezu authentisch rekonstruiert. In den Räumen stehen original Möbel und an den Wänden hängt handbemalte Seidentapete. Viel zu jung ist Königin Luise mit 34 Jahren gestorben. Ihre Grabstätte ist im Mausoleum, versteckt hinter alten Bäumen im Park. Die Besichtigung im Jubiläumsjahr ist eine seltene Gelegenheit, denn normalerweise ist ein Besuch der Gruft nur den Angehörigen des Hauses Hohenzollern vorbehalten. Auch die werden sich freuen, weil die berühmte Sarkophagskulptur neben dem Grab zum „Luisenjahr 2010“ wieder im schönsten Marmor glänzt.

Hinter dem Schloss liegt der prachtvolle Barockgarten. Von hier führen mehrere Wege zwischen bunten Frühlingsblumen, historischen Marmorskulpturen und Monumentalvasen zur Luiseninsel. Die Bewohner von Charlottenburg nutzen schon seit langer Zeit den Landschaftsgarten als Naherholungsgebiet. Sie wissen, dass die Barockkonzerte vom Berliner Residenz Orchester in der Großen Orangerie immer wieder ein Höhepunkt beim Erleben der preußischen Geschichte sind. Im Schein von hundert Kerzen spielt das Orchester in historischen Kostümen die Highlights des Barock und der Klassik. Im Rahmen der glanzvollen Festlichkeiten lebt so die musikalische Tradition des Hauses wieder auf, denn auch Luise liebte Kammermusik und Chorlieder.

Kiez-Reporterin: C. Goesch

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