Kiez-Report Juli 2010: Seite 4

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Die Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien

18 Forschungseinrichtungen, sechs naturwissenschaftliche Fakultäten der Humboldt-Universität, über 800 Unternehmen, mehr als 300 Einfamilienhäuser und ein großer Landschaftspark sind das Ergebnis einer starken städtebaulichen Entwicklung von Adlershof bis nach Johannisthal. Es ist schon beeindruckend was im Südosten der Hauptstadt auf einer Fläche, die so groß ist wie eine Kleinstadt, entstanden ist. Ein Ort, der heute zu den erfolgreichsten Hochtechnologiestandorten Europas zählt. Mehr als 20.000 Menschen arbeiten und studieren in Adlershof. Auch die Fernsehmacher sind noch hier. Wo einst der Deutsche Fernsehfunk die berüchtigte Sendung der „Schwarze Kanal“ produzierte, entstehen heute auf dem Gelände der MediaCityBerlin so bekannte Sendungen wie die Talk-Show von Anne Will und Akte 2009 mit Ulrich Meyer. Gleich nebenan, im alten Wissenschafts- und Technologiepark, da wo einst auch Angela Merkel forschte und studierte, wurden die Gebäude der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR saniert. Die wohl bekanntesten Forschungseinrichtungen im neuen Park sind das Max-Born-Institut, die Fraunhofer-Gesellschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Aus Adlershof kommt auch die Glasfaser- und Lasertechnologie. Die Satellitenkommunikation wurde hier entwickelt, Solarmodule für riesige Anlagen und kleine Schiffe werden hier hergestellt. Das Unternehmen SOLON ermöglicht einen interessanten Blick von der Straße Am Studio 16 in die gläserne Produktionshalle. So gibt es noch viele Beispiele, wo innen Experten in Hightech-Hallen produzieren oder forschen und die Gebäude von außen durch interessante Architektur auffallen. Gleich mehrfach preisgekrönt wurde die Fassade des Zentrums für Photonik und Optik in der Schwarzschildstraße.

Da wo kreative Köpfe sind ist auch die Kunst nicht weit. In der neuen Mitte der Wissenschaftsstadt, auf dem zentralen Forumplatz an der Rudower Chaussee, steht das Kunstwerk „Kopfbewegung“. Zwei überdimensionale Köpfe sind auf fünf Meter hohen Stelen scheibchenweise in Bewegung. Langsam rotierend verändert sich das Bild der Köpfe und im Gesichtsausdruck entstehen interessante Züge. Mal sind die Köpfe abgewandt oder einander zugewandt, mal im Dialog oder aufgelöst zu plastischen Gebilden, um danach wieder zur Ausgangsposition zu finden. Sie symbolisieren die Bedeutung, dass beim Denken und Forschen die Offenheit und Fähigkeit den Blickwinkel zu ändern wichtig sind. In fast jedem Gebäude können die Besucher Kunst selbst entdecken und lernen sie wissenschaftlich zu verstehen. Hinter dem Wissenschaftsgelände in Adlershof wird der ehemalige Flugplatz Johannisthal zu Berlins zweitgrößtem Landschaftspark (nach Tiergarten) umgestaltet. Die ersten Sport- und Freizeitanlagen können schon genutzt werden. Es ist aber ratsam, für dieses weitläufige Gelände einen zweiten Familienausflug einzuplanen.

Kiez-Reporterin: C. Goesch

 

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