Kiez-Report September 2010: Seite 3
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Badesaison ist doch immer!
Frühmorgens und abends ist es schon deutlich zu spüren, die Tage werden kürzer, die Sonnenstrahlen verblassen, der Herbst hält unaufhaltsam Einzug.
Damit geht langsam die Saison an den vielen Badeseen zu Ende. Die Hartgesottenen bleiben noch ein Weilchen an Dahme, Spree oder Havel, die anderen gehen in ein Berliner Hallenbad. Adressen und Öffnungszeiten finden Sie hier: www.berlinerbaederbetriebe.de/12.html
1898 wurde das erste städtische Hallenbad in Charlottenburg (Krumme Straße) eröffnet. Es ist eines der schönsten und das älteste erhaltene Berliner Hallenbad. Herr A. schreibt dazu im Internet: „Mir gefällt der Charme des Hauses, es ist klein, aber mit Seele. Anders als diese gesichtslosen Zweckschwimmbäder aus den siebziger und achtziger Jahren.“
Doch schon die alten Griechen hatten faszinierende öffentliche Bäder. Sie kannten die heilende und pflegende Wirkung des Wassers. Baden war ein gesellschaftliches Ereignis, man wusch sich, speiste zusammen und tauschte Nachrichten aus. Noch heute kann man in Trier und Aachen beeindruckende Ruinen dieser römischen Badehäuser besichtigen.
Bekannt sind auch Badehäuser aus dem Mittelalter, in denen mit Wasser gefüllte Wannen zur Verbesserung der Hygiene bereit standen. Mit dem Ausbruch der Pest und anderer Seuchen wurden Badeeinrichtungen wegen der großen Ansteckungsgefahr geschlossen. So geriet das Baden in Verruf, Ärzte verbreiteten die Meinung, es sei unnötig und sogar schädlich. Fast zwei Jahrhunderte lang geriet das Badevergnügen in Vergessenheit. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts, nach Rousseaus Forderung: „Zurück zur Natur“, machte das Umdenken in der Gesellschaft öffentliches Baden wieder möglich.
Aber auch das Bedürfnis nach privater, räumlicher Zurückgezogenheit wurde stärker. So entstanden im Laufe des 19. Jahrhunderts Räume, die nur für die Körperpflege gedacht waren. Der Weg zum Badezimmer für jedermann war allerdings noch lang. Erst ab dem 20. Jahrhundert besaß ein Großteil der Europäer ein privates Bad.
Ab 1880 wurden immer mehr private Haushalte mit Badewannen ausgestattet, wenn auch zunächst nur in luxuriösen Gebäuden mit übereinander liegenden, gleich geschnittenen Wohnungen. Um 1910 entstand das so genannte „Frankfurter Bad“. Die Badewanne und ein Badeofen wurden in einer Nische der Küche aufgestellt und mit einer Trennwand separiert.
Heutzutage bekommt das Badezimmer einen zunehmend wohnlichen Charakter. Immer länger verweilen wir im Bad, wollen es oft nicht mehr als separaten Raum haben. Ein fließender Übergang vom Bad- zum Schlafbereich mit frei begehbarer Duschzone, die im Kontrast zum weißen Keramik mit Palisander-Holzoberflächen abgesetzt ist, liegt ganz weit vorn im Trend.
Das Bad entwickelt sich immer weiter, um den Ansprüchen an Funktion und Design gerecht zu werden, ein Traumbad in Ihrem Traumhaus, vielleicht gibt es das ja wirklich schon. Schauen Sie nach unter: www.bachmann-immobilien.de
Wollen Sie jedoch etwas weiter hinausschwimmen, bleibt Ihnen das Hallenbad in Ihrer Kieznähe.
Kiez-Reporterin: Ch. Guthaus
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