Kiez-Report Mai 2008: Seite 4

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Königs Wusterhausen feiert königlich

"KaWe" ist die größte Stadt im Landkreis Dahme-Spreewald. Für den Titel Großstadt aber noch zu klein und für eine Kleinstadt zu groß. Denn an kulturhistorisch interessanten Gebäuden mit einer wechselvollen Geschichte hat sie einiges zu bieten. Vielleicht darf gerade deshalb die Stadt den Brandenburg-Tag ausrichten. Am 6. und 7. September 2008 wird hier königlich gefeiert. Friedrich Wilhelm I. und seine Gemahlin Sophie Dorothea geben sich die Ehre und öffnen ihr Jagdschloss und die Kavaliershäuser für alle Gäste. Die Geschichte des Preußenkönigs wird erlebbar gemacht, der Schlossgarten leuchtet in den schönsten Farben und Rosenduft wird in der Luft liegen. Die Garde des Königs, die "Langen Kerls", marschiert auf, und das Hoftheater flaniert in original barocken Gewändern durch den Park. Zwei Tage lang erleben die Besucher barocke Lebenslust und höfische Lebensart.

Über eine ganz andere Geschichte der Stadt informiert eine Ausstellung im Sender- und Funktechnikmuseum. Hier wurde 1920, nach vielen Versuchen der Tonübertragung, aus knisternden Funken Sprache und Musik erzeugt. Eine Sensation, die die Stadt auch im benachbarten Ausland bekannt machte. Auch dort konnten nun die beliebten Sonntagskonzerte live über den Äther empfangen werden. Heute zeigt das Sender- und Funktechnikmuseum eine einmalige Sammlung historischer Rundfunktechnik. Interessant ist die provisorische Einrichtung des ersten Studios. Als Highlight gibt es eine Vorführung für Liebhaber alter Maschinen. Der weltweit wohl letzte funktionstüchtige 1.000 PS starke DEUTZ Dieselmotor wird in Betrieb genommen. Ratternde Laufgeräusche betören die Ohren und Dieselduft steigt auf. Der Besucher erfährt, dass dieser tonnenschwere Generator als Antrieb zur Stromerzeugung für alle drei Sendehäuser eingesetzt wurde. Tief beeindruckt geht es zur nächsten historischen Stätte. Am Fuße des Funkerbergs steht ein alter Wasserturm. Wer die 110 Stufen bis zur Aussichtsplattform aufsteigt wird mit einem phantastischen Blick über die Stadt bis weit in das Dahmeland hinein belohnt. Nach einer Pause im Turmcafé führt der Rundweg weiter zum Heimatmuseum. Neben Informationen zur Stadtgeschichte kann der Besucher eine Vielzahl von alten Möbeln, ein Schulzimmer um 1900, eine Küche von anno dazumal, altes Handwerk, Kleidung und noch vieles mehr bewundern. Ein weiteres bedeutendes Baudenkmal ist gleich nebenan. Am Kirchplatz steht die 1697 geweihte Kreuzkirche. Die hier stattfindenden Konzerte sind ein akustischer Genuss. Wer nach so viel Kultur und Geschichtseindrücken entspannen möchte, kann das Fest weiter vom Spreewaldkahn beobachten. Die Decken liegenbereit, heißer Kaffee ist in Kannen und gemütlich geht die Fahrt über den Nottekanal. Natürlich kann man die historische Geschichte der Stadt auch außerhalb der Feierlichkeiten erkunden.

Kiez-Reporterin: C. Goesch

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