Kiez-Report Juni 2008: Seite 3
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Düppel - war nicht sorgenfrei!
Unbestritten zeigte die Natur in der vorindustriellen Zeit, im Mittelalter, noch ihre ganze Schönheit. Sie gab den Menschen alles, was sie brauchten. Das waren Heimat, Arbeit, Nahrung und Unterkunft. Das Museumsdorf Düppel ist ein wunderschöner Ort, gelegen im Südwesten der Stadt an der Clauertstraße zwischen der Potsdamer Chaussee und der Berlepschstraße. Mit der S-Bahn bis Mexikoplatz oder Zehlendorf und von dort weiter mit den Bussen 211 oder 115 ist es gut zu erreichen. Ein Parkplatz am Eingang steht zur Verfügung.
Der Blick über das Gelände, gepaart mit der vorhandenen Stille lässt schnell den oberflächlichen Schluss zu, dass das Mittelalter überhaupt und auch an diesem Ort eine sorgen freie und bessere Zeit gewesen sei. Nichts da! Missernten, Krankheiten, Feuersbrünste und Überfälle haben auch hier den Menschen zugesetzt. Die durchschnittliche Lebensdauer lag bei etwa 30 Jahren. Viel Glück und Beistand waren gefragt für alle, die älter werden wollten. Vor den Ungerechtigkeiten der Obrigkeit gab es überhaupt keinen Schutz.
Die ursprüngliche Gründung des Dorfes Düppel geht auf das Jahr 1170 zurück. 16 Höfe wurden angelegt, die 1230 wegen Verschlechterung der Anbaubedingungen aufgegeben und nach Zehlendorf verlegt wurden.
Nach den ersten Ausgrabungen am Machnower Krummen Fenn im Jahre 1964 entstand die Idee, die bäuerliche Siedlung auf den ergrabenen Grundrissen zu rekonstruieren. Auch das ursprüngliche Landschaftsbild mit lockerem Bestand an Eichen und Kiefern wurde wieder hergestellt. Auf 16 Hektar findet der Besucher eine komplette Dorfanlage mit Häusern, Getreidespeicher, Backhaus, Brunnen, Schmiede und einer Feuerstelle (Teerschwiele) für die Herstellung von Teer. Er wurde als Dichtungs- und Konservierungsmittel genutzt. Dorfweide und Bauerngärten umgeben die Gebäude. Die Siedlung wird durch einen Palisadenzaun geschützt. Im Dorf leben Haustiere, u.a. rückgezüchtete mittelalterliche Weideschweine. Der Bulle Konrad ist der Star im Freilichtmuseum.
In einem Ausstellungspavillion werden Forschungen ausgestellt. Vom Hausbau über Haushaltsgeräte bis zur Kleidung und Gartenbau wird ein umfangreicher Überblick des mittelalterlichen Lebens gegeben.
Der Weg in das Museumsdorf Düppel lohnt sich für Jung und Alt. Das Wissen über Vergangenes steigert die Achtung vor den Menschen, die durch ihre Arbeit unser Leben ermöglichten.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel

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