Kiez-Report Juli 2008: Seite 2
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Der Burgwall der Lusizis
Zu allen Zeiten hat sich der Mensch unterschiedlich heftig der Natur bemächtigt und sie verändert;
in ganz egoistischer Weise dienten die Eingriffe seinem Überlebenskampf.
Die von ihm selbst geschaffenen Umweltprobleme wie Brennstoffknappheit und Bodenauszehrung führten bis in die heutige Zeit dazu, dass Siedlungen immer wieder aufgegeben werden mussten.
Im 9. Jahrhundert n.Chr. nahm der slawische Stamm der Lusi-zi Besitz vom Siedlungsgebiet Niederlausitz. Ihnen verdankt die Lausitz ihren Namen. Sie errichteten etwa 40 Burgen. Die Burg Raddusch ist eine davon.
Am Rande des Spreewaldes wurde die Burg 1984 bis 1990 ausgegraben. Sie befand sich auf dem Erweiterungsgelände des Tagebaus Seese-Ost, der stillgelegt wurde. Hier wurde die Burg auf ihrem alten Fundament wieder errichtet.
Die Burg diente bei Überfällen der hier lebenden Lusizi, etwa durch größere slawische Stämme, zum Rückzug für das vor dem Wall gelegene Dorf. 200 bis 250 Menschen konnten drei bis vier Wochen hier leben.
Der Wall bestand aus einer Holz-Erde-Konstruktion mit gitterrostartig übereinander geschichteten Eichenstämmen. Mit der umlaufenden Brustwehr aus Flechtzaun war er etwa 9 Meter hoch und von einem Wassergraben umgeben.
Der Burghof hat einen Durchmesser von ca. 30 Metern oder eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern. Mit der Rekonstruktion erhielt die Burg einen modernen Betonkern mit einer Hülle aus Eichenholz und Lehm.
Nachaußen zeigt sie so ihr historisches Gesicht. Die gelungene Synthese von alt und modern im inneren bietet einer umfangreichen Dauerausstellung Platz. Hier erfährt der Besucher Wissenswertes über die Archäologie der Niederlausitz. Ausstellungsthemen sind u.a. die Alt- und Jungsteinzeit, Slawenburg die Bronze- und frühere Eisenzeit,das Slawische und Deutsche Mittelalter.
Auf einem 600 m langen Zeitsteg können verschiedene Zeitabschnitte erlaufen werden.
Die Lusizi nahmen nicht an dem Großen Slawenaufstand teil. Sie zogen sich in den unwegsamen Spreewald zurück.
Hier konnten sie ihr Leben führen - von den Deutschen wenig behelligt.
Die noch als ethnische Minderheit lebenden Sorben (Wenden) sind die Nachfahren der Lusizi.
In der Slawenschänke der Burg wird für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Einheimisches wird angeboten, Erzeugnisse aus der Region können gekauft werden.
Der Slawische Burgwall liegt zwischen Lübbenau und Vetschau an der A15 (Abfahrt Bobitz - auf B115 bis Raddusch).
Das Foto zeigt die Burg Raddusch - im Hintergrund entsteht im ehem. Tagebau ein See mit Bade- und Wassersportmöglichkeiten.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzels

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