Kiez-Report August 2008: Seite 3

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Hampton Court in Marzahn

Der Besucher der Gärten der Welt im Erholungspark Berlin-Marzahn wird zu allen Tages- und Jahreszeiten Neues entdecken. Er kann sich nicht nur an dem Grün der Natur und der Farbenpracht der Blüten erfreuen. Neue Anlagen werden sein Interesse finden und seine Neugier befriedigen. Bereits im Juni des vergangenen Jahres wurden der Irrgarten und das Labyrinth eingeweiht. Mit diesem Ensemble gingen die Gartengestalter erstmalig auf den europäischen Kontinent zurück. Irrgarten und Labyrinth zählen zu den ältesten Gestaltungselementen der Gartenkunst. Wenige wissen, dass Labyrinth und Irrgarten zwei verwandte Kunstformen sind. Sie unterscheiden sich in der Wegeführung. Im Unterschied zum Labyrinth, in dem nur ein Weg ohne Verzweigungen vom Eingang bis zur Mitte führt, bekommt ein Irrgarten durch sein Netz von Wegen, das außer einfachen Abzweigungen auch Kreuzungen, Sackgassen und Wegeschleifen aufweisen kann, eine vollständig andere Funktion.

Als Beitrag zur europäischen Gartenkunst wurden beide Formen in Marzahn angelegt. Der Irrgarten hat den Garten des britischen Königsschlosses Hampton Court zum Vorbild. 1.225 immergrüne Eiben, die regelmäßig beschnitten werden müssen, bilden mit ihrer Höhe von 2 Metern die geometrische Form der Anlage. 750 m lang ist die Hecke auf dem 2.000 m2 großen Areal. Zwei große Steinblöcke aus Granit flankieren den Zugang zur Mitte. Hier stehen ein Gingko-Baum und ein blauer Aussichtsturm. Der Besucher hat seine liebe Mühe sich ständig neu zu orientieren und zu entscheiden, um ans Ziel zu gelangen. Auch der Weg zurück ist nicht einfacher. Konzentration ist gefragt. Sie werden ihre helle Freude haben.

Gleich in der Nachbarschaft, den Unterschied deutlich machend, befindet sich das Labyrinth. Als sein Vorbild diente das Bodenmosaik in der gotischen Kathedrale im französischen Charles. In zwei Farbtönen, grau und schwarz, wurden die Wege der 320 m2 großen Anlage gepflastert. Der Besucher muss den hellen Steinen folgen. Elf Umgänge, achtundzwanzig Kehren muss er durchlaufen, um nach ca. 8 bis 10 Minuten das Zentrum zu erreichen. Dort befindet sich eine Vertiefung, in der sich Regenwasser sammeln kann. Wie ein „Spiegel des Himmels" wirkt die glitzernde Wasserfläche.

Möchten Sie sich und ihrer Familie etwas Gutes tun, dann besuchen Sie den Irrgarten und das Labyrinth in den Gärten der Welt in Berlin-Marzahn.

Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel

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