Kiez-Report September 2008: Seite 4
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Betörender Duft des Zedernholzes
In der Regel berichten wir im Kiez-Report über eine Einrichtung nur einmal. Das ist so seit der 1. Ausgabe im Jahre 2003. Aber auch Ausnahmen bestätigen die Regel. Im vergangenen Jahr berichteten wir über den zwei Jahre zuvor eröffneten Orientalischen Garten. Da fehlte ihm noch das Gebäude, das den Gartenhof in einem großen Gebäudekomplex ausmacht.
So gibt es heute die Ausnahme von der Regel. Erst im vergangenen Jahr wurde mit dem „Saal der Empfänge", der sich unmittelbar an den Hof anschließt, das zusammenhängende Ensemble vervollständigt.
Über den „Saal der Empfänge" gelangen die Besucher in den blühenden „Garten der vier Ströme". Was Architekt Kamel Louafi mit den Kollegen der marokkanischen Firma Andalous Design hingestellt hat, ist Zeugnis hervorragender orientalischer Architektur. Der angenehm wirkende Duft des Zedernholzes lässt den Besucher in eine andere Welt der Raumgestaltung eintauchen. Die verzierten Säulen und Bögen ermöglichen das vielfältige Spiel des Lichtes, das durch die zentrale Glaskuppel in den Saal dringt. Der Arkadengang mit 28 verzierten Säulen ist typisch für die Saal der Empfänge Bauweise im Orient. Sie umgeben den gesamten Innenraum. Mit jedem Schritt durch das Gebäude erschließen sich dem Besucher neue Eindrücke. Da sind die bunten Fliesen, die die Wände zieren. Mosaike und Holzschnitzereien faszinieren und demonstrieren das Außergewöhnliche der fremdländischen Raumgestaltung. Über zwei Eingangsräume als Windfang mit je einem Holztor kann der Besucher den Innenraum betreten, der eine Grundfläche von 12x12 Meter hat. Das Gebäude wurde als Kubus mit Flachdach konzipiert. Die zentrale Glaskuppel erreicht eine Höhe von fünf Metern.
Die Gesamtkosten für den „Saal der Empfänge" betrugen rund 1,4 Millionen Euro. Die Europäische Union und die „Allianz Umweltstiftung" kofinanzierten das Vorhaben. Nicht unerwähnt sollen auch deutsche Firmen wie Bleck & Söhne, MIROTEC, Lothar Dobler, die Fa. Rogge und Friedrich R Schuster sein, die an der Bauausführung beteiligt waren. Der Orientalische Garten im Erholungspark Marzahn zeigt einmal mehr, dass man immer wieder Neues entdecken kann. Deshalb ist es nie mit einem einmaligen Besuch in den „Gärten der Welt" abgetan.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel
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