Kiez-Report Dezember 2008: Seite 5

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Das Haus der fünftausend Lichter

Berlin entfaltet in den letzten Wochen des Jahres einen ganz besonderen Reiz, wenn sich großstädtisches Flair mit feierlicher Weihnachtsstimmung verbindet. Farbenprächtige Inszenierungen und märchenhafte Dekorationen wecken das vertraute Gefühl der Vorfreude, das nicht nur Kinderaugen zum Leuchten bringt. Jetzt ist die Zeit wieder da mit Kind und Kegel über Weihnachtsmärkte zu bummeln und durch geschmückte Straßen spazieren zu gehen. Von Köpenick bis Spandau präsentieren sich Häuser und Gärten hell erleuchtet und festlich herausgeputzt. Aufgeblasene Schneemänner, das Rentier vorm Schlitten, meterlanger Lichterschlauch, Sternchenkette mit Wechsellicht, Kunststoff-Girlande und der hängende Weihnachtsmann an der Regenrinne sind der Wirkstoff, der alle gefangen nimmt. Manche Familien verlängern sich die Vorfreude auf das Fest, indem sie das ganze Jahr über im Hobbykeller an Gestaltungsideen basteln. Bis zu dem Tag, wo feierlich die Lichter eingeschaltet werden, um Haus und Garten in eine Art Disney Land erstrahlen zu lassen.

In Spandau habe ich so einen Garten mit einzigartigen Leucht-Kompositionen entdeckt. An dem Einkaufszentrum Spandau Arcaden vorbei führt der Weg über die Seegefelder Straße. Weit zieht sie sich hin. Nur langsam wird die vorweihnachtliche Beleuchtung im Siedlungsgebiet hell und heller. Von Nachbar zu Nachbar schmücken jetzt immer mehr Lichter Häuser und Gärten. Die Begeisterung der Spaziergänger wächst mit der zunehmenden, faszinierenden Helligkeit in der Gartengestaltung und steigert sich je näher man dem Haus der fünftausend Lichter im Leuthinger Weg 38 kommt. Hier, in einer Seitenstraße der Seegefelder, wohnt der Hobbybastler Klaus Offermann. Seit den 70er Jahren stellt er in seinem Garten Figuren auf oder hängt Lichterketten an die Häuserwand. Auch er hat mit drei Motiven einmal klein angefangen, um sich von Fest zu Fest immer mehr zu steigern. Kaum noch eine Stelle im Garten scheint frei zu sein und doch kommen jährlich neue Figuren dazu. Die Gruppe um Maria, Joseph und die Heiligen Drei Könige soll noch erweitert werden. Drum zieht es den über 60-jährigen das ganze Jahr über in die Werkstatt. Dort biegt er aus stiftdickem Stahl die selbst erdachten Figuren. Gut verschweißt wird das Gestell dann wetterfest lackiert, mit Girlanden umwickelt und mit Lichterketten dekoriert. Fertig sind Königin und Hirte, die in diesem Jahr für neuen Glanz im Garten sorgen werden. Insgesamt strahlen ab Sonnabend, vor dem ersten Advent, 53 Motive über den Gartenzaun der Familie Offermann und mehr als fünftausend kleine Lampen verbreiten eine zauberhafte Märchenstimmung. Am 6. Januar um 22 Uhr 30 ist für diese Saison dann Schluss mit der kompletten Herrlichkeit. Alles muss wieder mühevoll im Keller verstaut werden und vielleicht lag ja die Idee für ein neues Motiv schon unterm Weihnachtsbaum? Ein besinnliches und gesundes Weihnachtsfest wünscht Ihnen

Kiez-Reporterin: C. Goesch

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