Kiez-Report August 2006: Seite 4
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„Mozart & Pferde" in Neustadt (Dosse)

Das Glück der Erde liegt bekanntlich auf dem Rücken der Pferde. Ganz nach diesem Motto laden am Sonnabend, den 26. August, Reiter und Pferde des Brandenburgischen Haupt- und Landesgestütes die Besucher nach Neustadt (Dosse) zu einem optischen und musikalischen Highlight ein. Über 30 Stuten und Hengste, prächtig ausgestattet in funkelndem Geschirr und Reiter in historischen Uniformen bieten ab 17 Uhr mit ihrem vierstündigen Programm ein Feuerwerk an Attraktionen. Nach klassischer Musik in Mozart-Variationen zeigen die weit über die Landesgrenzen bekannten Warmblüter aus Brandenburg ihr Können. Musikalisch begleitet werden die edlen Tiere von der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg. In eindrucksvollen Pferdeschaubildern zeigen Reiter und Pferde die hohe Schule von Harmonie und Perfektion. Ein Kindermund hatte es im vergangenen Jahr auf den Punkt gebracht: „Kuck mal, Mama - die tanzen ja, die Pferde!" Sehr zu empfehlen ist auch das Kutschenmuseum mit 26 historischen Kutschen und zwei altrömischen Quadrigen sowie die kostenlose Besichtigung der Stallanlagen. Sie befinden sich auf glei¬chem Gelände, in der „Graf-von-Lindenau-Halle". Hier bekommt der Besucher auch Informationen über die mehr als 200-jährige Geschichte der Landespferdezucht. Sie begann zur Zeit von Kurfürst Friedrich III., als Pferde für das Preußische Heer eingesetzt wurden und der Bedarf an reichlich Nachwuchs erforderlich wurde. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war das Areal ein Maultiergestüt und 1788 wurden Mutterstuten und Zuchthengste eingestallt. Die Blüte der Zuchterfolge erlebte das Gestüt mit dem Einbringen arabischen und englischen Blutes kurz vor Beginn des 19. Jahrhunderts. Heute wird die in ihrer ursprünglichen Form erhalten gebliebene Anlage von der Stiftung „Brandenburgisches Haupt- und Landesgestüt Neustadt (Dosse)" betrieben und ist mit ihren sehr gut ausgebildeten Sportpferden eine 6er ältesten Pferdezuchtstätten Deutschlands. Auf dem ca. 410 ha großen Gelände werden im Jahresdurchschnitt ständig 370 Pferde betreut. Für den Nachwuchs sorgen weit über 50 Hengste auf 19 Besamungs- und Deckungsstationen. Das Brandzeichen des Gestütes sind Pfeil und Schlange und symbolisieren Schnelligkeit und Gewandtheit der Zucht- und Reitpferde. Ein wenig neidisch kann man als Kieznachbar schon werden wenn man erfährt, dass die Schüler der dortigen Gesamtschule Reiten als Wahlpflichtfach lernen dürfen. Wenn Sie das Gesamtkunstwerk aus Pferdesport und klassischer Musik erleben wollen oder sich nur das Museum und die Stallung ansehen möchten, erhalten Sie Tickets und Infos unter 033970/5029-0. Der Regionalzug RE 2 fährt im Stundentakt ab Berlin direkt nach Neustadt und hat eine Fahrzeit von ca. einer Stunde.

Kiez-Reporterin: C. Goesch
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