Kiez-Report Oktober 2006: Seite 5

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Bad Freienwalde und die schwarze Waldohreule

Die schwarze Waldohreule auf den gelben Schildern ist Ihnen sicher bekannt. Sie haben sie schon in Wäldern, an Flusslandschaften, Feldern und in den Bergen gesehen. Landesweit ist die Eule ein Zeichen für den Schutz der Natur. Was aber viele nicht wissen: In Bad Freienwalde ist das Symbol entstanden. 1950 hat es Kurt Kretschmann und seine Frau Erna erfunden. Sie haben die Kleinstadt am Rande des Oderbruchs zu einer Hochburg des Naturschutzes erst in der DDR und dann in ganz Deutschland gemacht. Zum Lebenswerk der Kretschmanns gehört auch das Haus der Naturpflege. Der Begriff bedeutet nach der Vorstellung der Begründer, dass hier die Pflege der Natur ihr Heim hat. Seit 1960 trägt der parkähnliche „Mini-Botanische-Garten" den Namen. Der Garten wurde, obwohl damals privat, als öffentlich zugänglicher Schau- und Lehrgarten gegründet. Verschiedene Landschafts- und Gartentypen gehen ineinander über und zeigen, welcher Spielraum dem zur Verfügung steht, der sein Grundstück naturnah gestalten möchte. Das Haus wurde 1946 von den „Euleneltern" als Wohnhaus erbaut. Im ehemaligen Wohnraum der Kretschmanns und im Zimmer unter dem Dach werden weitere Tätigkeitsfelder vorgestellt. Seit Juni 1996 ist es Deutschlands erstes Naturschutzmuseum. Zum Haus an der B158 gehört ein 1,7 Hektar großes Gartengelände. Das kleine Paradies zum Schauen und Lernen, zum Schlendern und Träumen bietet tausend verschiedene Pflanzenarten, seltene und nützliche, viele versteckte Ruheplätze und vom Eulenturm einen reizvollen Blick auf das Oderbruch. Das auf der anderen Seite der Straße liegende Forsthaus ist heute Vortrags- und Gästehaus. Und etwas ganz Besonderes gibt es hier noch: 1998 eröffnete das Heuhotel, in dem man einmal anders preiswert Urlaub machen und gleichzeitig der Natur nahe sein kann. Am Tag, als ich das Haus der Naturpflege besuchte, pilgerten nicht wenige Neugierige und Wissenshungrige durch die Anlage. Wer diesen Garten betritt, sollte Zeit und Muße mitbringen. Verzaubert steht der Besucher in dem Blumengarten. Nicht satt sehen kann sich das Auge an dem harmonischen Miteinander von Obstgehölzen, Waldbäumen, Sträuchern und Büschen. Der hölzerne Eulenturm ist einer der drei Freienwalder Aussichtstürme. Der Turm steht am Standort des alten, etwas kleineren von Kurt Kretschmann fast ohne fremde Hilfe aus Robinenholz errichteten Turms, der Wackelturm genannt wurde. Der neue Turm hat eine Gesamthöhe von 14 m und eine Aussichtsplattform auf 10,6 m. Von ihm hat man einen herrlichen Ausblick in das weite Land. Der 92-jährige Kurt Kretschmann lebt nach dem Tod seiner Frau in einem Seniorenheim auf der anderen Straßenseite. Hin und wieder lässt er es sich nicht nehmen an Veranstaltungen im Vortragshaus teilzunehmen. Das Haus der Naturpflege in Bad Freienwalde ist bis September täglich von 9 bis 18 Uhr und von Oktober bis März wochentags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Anfragen und Gruppenanmeldungen unter der Rufnummer 03344-3582.

Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel

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