Kiez-Report Februar 2007: Seite 4
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Köpenick hat, was andere nicht haben!
Der Vorplatz des Schlosses ist "altes" Köpenick. Hier spüren Sie den unvergleichlichen Reiz der Mark Brandenburg, die so reich ist an Wäldern, Flüssen und Seen. Über Jahrhunderte war Köpenick räumlich begrenzt durch Spree und Dahme. Köpenick ist auch der falsche Hauptmann in Gestalt des Schusters Wilhelm Voigt. Sicher die bekannteste Gestalt. Aber es gibt noch andere Köpenicker Merkwürdigkeiten, die über die Jahrzehnte zur Legende und als Weltwunder bezeichnet wurden.
Wunder 1: Da war ein Köpenicker Lehrer namens Dummer, der in seiner 28-jährigen Tätigkeit sein Wirken in verschiedenen Gremien und Vereinen des Ortes einbrachte.
Wunder 2: Ungefähr 1874 begann Dr. Adolf Todt seine Tätigkeit als Stadtarzt. Auch er hielt der Stadt 28 Jahre die Treue. Als Armenarzt und Arzt des Köpenicker Krankenhauses lernte er auch die Schattenseiten des Lebens kennen.
Wunder 3: Die Gründung des Evangelischen Jünglingsvereins ging auf das segensreiche Wirken Adelheid von Flem-mings zurück. Die Flemmings stammten aus dem Hause Buckow, einer Lehnsherrschaft von 14 Rittergütern in der Märkischen Schweiz.
Wunder 4: Gustav Borgmann war 33 Jahre Köpenicker Bürgermeister. Es ist nicht überliefert, wie oft und ob er vor einer leeren Stadtkasse stand und borgen musste. Hier dient wohl mehr sein Name zur Konstruktion eines "Wunders". Er war seinem Wesen und seiner äußeren Erscheinung nach der erste Bürger der Stadt. Leider vermochte es Köpenick nicht, die Grabstätte als Referenz seiner Verdienste zu bewahren.
Wunder 5: Im Jahre 1870 errichteten die Köpenicker ein Krankenhaus am Rande des Friedhofes Rudower Straße. Hier waltete auch Dr. Todt unterstützt von zwei Krankenschwestern seines Amtes.
Wunder 6: Das Gefängnis in der Freiheit wurde 1878 bis 1879 errichtet. Es war für 9 Frauen und 43 Männer vorgesehen. Die Stadt hatte 1899 20.197 Einwohner.
Wunder 7: Der Ratskeller befand sich im ersten Stock, aber noch nicht einmal in den Räumen des alten Köpenicker Rathauses. Der Vorgängerbau des jetzigen Hauses befand sich am Schlossplatz.
So sind es nicht die Wunder der Welt, sondern die Wunderlichkeiten des größten Berliner Stadtbezirks im Südosten der Stadt, die uns noch heute zum Schmunzeln veranlassen.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenze!
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