Kiez-Report März 2007: Seite 5

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Saisoneröffnung Baudenkmal Atombunker Harnekop am 3. März 2007

63 m lang, 40 m breit und 21 m tief, drei Etagen, Geschosshöhen bis 3,85 m, darüber eine 1,50 m starke Schutzkerndecke, dann ein Zwischengeschoss von 1,80 m, das zum Teil mit Kies aufgefüllt ist, darüber die Zerschellschicht, die bis zu 4,60 m stark ist und den Bunker um 12,50 m an allen vier Seiten überragt. Dieses gewaltige Bauwerk steht in Harnekop und galt als Atombunker der ehemaligen Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung der ehemaligen DDR. Ein imposantes Bauwerk, das zeigt, welche Ingenieurskunst Menschen entwickeln können. Im Rahmen des damaligen Warschauer Vertrages wurde er für die höchste Schutzklasse (Schutzklasse A: schlimmster aller möglichen Kriegsfälle) ausgelegt. Das heißt, er war eingerichtet, um gegen atomare, biologische und chemische Kampfstoffe, gegen elektromagnetische Impulse und auch gegen Brände zu schützen und sicherte den Insassen eine 75-prozentige Überlebenschance. Der Bunker selbst, über ihm wurde ein als Schulungsobjekt getarntes Gebäude errichtet, galt als ein rein militärisches Objekt und sollte im Ernstfall die Hauptführungsstelle des Verteidigungsministeriums sowie Koordinierungsstelle zwischen der NVA und dem Vereinten Oberkommando der Warschauer Vertragsstaaten sein. 25 Tage hätten 455 Männer, ausschließlich Männer, hier arbeiten und schließlich auch überleben können. In den Jahren von 1971 bis 1976 wurde das Bauwerk errichtet - alles unter strengster Geheimhaltung. In der Nähe der eigentlichen Baustelle wurde eine kleine Grube ausgehoben, um Neugierige vom eigentlichen Bau abzulenken. Auch die optischen Augen von Satelliten, die damals noch in monatlichem Abstand kreisten, wurden mit übergroßen Planen getäuscht. „Flugwetterstation" hieß das Objekt offiziell. Nicht zuletzt wurde die etwa 30 Hektar große Anlage als P-Zone (Park-Zone) bezeichnet und nur einem sehr beengten Personenkreis zugänglich gemacht. Eine Führung durch diese zu großen Teilen noch intakte Anlage dauert etwa 90 Minuten. Nach der Besichtigung bleibt dem Besucher ein tiefgehender Eindruck und ganz sicher der Gedanke: „Nur gut, dass der Bunker nie wirklich eingesetzt werden musste ..." Harnekop ist erreichbar mit dem Auto: Von Strausberg in Richtung Wriezen. Über Prötzel, von dort in Richtung Sternebeck-Harnekop (Ausschilderung NVA-Museum), in Harnekop kurz vor dem Ortsausgang links in die Seestraße, die dann zur Lindenallee wird bis zum ausgewiesenen Parkplatz des Baudenkmals.

Öffnungszeiten: samstags, sonntags und feiertags öffentliche Führungen, 10 - 11.30 Uhr (nur März bis Oktober), 12 - 13.30 Uhr, 14 - 15.30 Uhr (beides ganzjährig) sowie 16 - 17.30 Uhr (März bis Oktober). Konditionen zu Spezialexkursionen auf Anfrage, Telefon: 033 436-15 10 15.

Kiez-Reporter: E. Nemschok

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