Kiez-Report April: Seite 3
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Das Haus in der Kirche gibt es nur in Müncheberg
„Nun lass' mal die Kirche im Dorf", sagte ich meinem Kumpel, der mir die unglaubliche Geschichte erzählte und mich aufforderte, das Haus in der Kirche zu besichtigen. Seinem Drängen folgend machte ich mich auf den Weg nach Müncheberg. Das über 5000-Seelen-Städtchen liegt unweit östlich von Berlin, direkt an der Bundesstraße 1 und 5 und an der Landstraße L35. Entstanden ist der Ort in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die stummen Geschichtszeugen könnten viel erzählen. Besonders im zweiten Weltkrieg wurden mehr als 85% der historischen, oft mittelalterlichen Bausubstanz zerstört. Die Stadt wurde ihres einstigen Charmes und Charakter fast vollständig beraubt. Das ist sie also, die Müncheberger Stadtpfarrkirche St. Marien. Ursprünglich hatten Zisterziensermönche hier auf einem Marktplatz im 13. Jahrhundert eine kleine Kirche aus Feldsteinen gebaut. Im 18. Jahrhundert erhöhte man die Kirche, indem man einfach Klinkersteine auf die Kirchenmauer setzte. Dann der Blick in das Innere des Gotteshauses. Ein Schiff im Schiff. Inmitten des gotischen Kirchenschiffs wurde ein freistehendes und einem Schiffsrumpf nachempfundenes Haus gebaut. Auf den insgesamt drei Etagen befinden sich u.a. die viel besuchte Stadtbibliothek, ein großer Sitzungssaal sowie Verwaltungs- und Technikräume. Hier finden neben Gottesdiensten auch Theateraufführungen, Ausstellungen oder Lesungen statt. Orgelspiel, Chormusik, Klassik oder Jazz sind gleichermaßen zu hören. Die hervorragende Akustik hat die Stadtpfarrkirche mittlerweile auch zu einem begehrten Konzertort gemacht. Das Haus wird für Tagungen, Empfänge, Podiumsdiskussionen und private Feiern genutzt. Der wieder errichtete Schinkelturm mit seiner begehbaren Aussichtsplattform bietet einen ungewöhnlichen Ausblick weit über die Stadtgrenzen hinaus. Der Weg nach Müncheberg hat sich gelohnt. Da war aber noch mehr. Wo kann man schon eine nahezu komplette Stadtmauer besichtigen, die den Stadtkern fast vollständig umschließt? Mit dem Bau wurde im Jahre 1319 begonnen. Mit 1800 m Länge, einer ursprünglichen Höhe von 6-7 m, war sie wichtigster Teil der mittelalterlichen Verteidigungsanlage der Stadt. Die Kirche ist an nachstehenden Tagen geöffnet: Montag und Freitag von 10-16 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 10-18 Uhr, Sonntag von 13-17 Uhr. Turmbesteigungen sonn- und feiertags von 13-17 Uhr. Auskünfte erhalten Sie auch in der Betreibergesellschaft in Müncheberg, Thälmannstraße 52, Telefon: 03 34 32-728 06.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenze!
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