Kiez-Report Juni 2007: Seite 3
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China finden Sie am Kienberg
Wir, der Oscar-Preisträger und Filmproduzent Manfred Durniok aus dem Wedding und ich, der TV-Producer aus Adlershof, hatten gerade den gemeinsamen Dokumentarfilm über die in China lebende deutsche Jüdin auf den Weg gebracht. „China - meine Liebe", das war Lebensinhalt von Eva Siao, aber auch des Dokumentarfilmers. In seinem Büro hatte er mir von seiner Idee erzählt, in Berlin unbedingt einen chinesischen Garten errichten zu wollen. Jahre später war an der Eingangshalle der Name des Initiators, des Beauftragten des Berliner Senats für die Städtepartnerschaft Berlin-Peking, Manfred Durniok, in Stein gemeißelt. Auf einem 2,7 Hektar großen Gelände des Marzahner Erholungsparks war der Garten des wiedergewonnenen Mondes durch 18 chinesische Facharbeiter und 2 Architekten entstanden. Die Materialien - kostbare Hölzer, Steine, Felsen, Skulpturen und Möbel - wurden in 100 Seecontainern nach Berlin gebracht. Sein Zentrum bildet ein 4.500 Quadratmeter großer See, der in eine reich bepflanzte Hügellandschaft eingebettet ist. Er ist umgeben von verschiedenen Gebäuden, Brücken, Platzflächen und Mauern. Herausragendes Bauwerk ist das Teehaus, „Berghaus zum Osmanthussaft" genannt, das über Uferwege und eine Zickzackbrücke mit anderen typisch chinesischen Bauten, darunter der Eingangshalle „Stube des heiteren Wetters", der kleinen Halle „Pavillon des ruhigen Mondscheins" und dem halb im Wasser liegenden Steinboot „Blick auf den Mond" verbunden ist. Seit tausend Jahren gehören fantastisch geformte Felsen und Steine zu den Besonderheiten eines Gartens, wobei der Grundsatz gilt: „Der Stein muss mager sein und faltig wie ein Hundertjähriger". Über die politische Symbolik hinaus ist Berlin so zur Heimat für ein originales Werk chinesischer Gartenkultur geworden. Der in Marzahn angelegte chinesische Garten entspricht in seinem Stil einem klassischen chinesischen Gelehrtengarten. Wissen muss man, dass in der Benennung eines Gartens Lebensschicksale verschlüsselt sind. So hat auch der Name des Berliner Gartens eine Botschaft: „Garten des wiedergewonnenen Mondes" steht für die Wiedervereinigung der früher geteilten Stadt Berlin. Der Park liegt inmitten eines weiträumigen Naherholungsgebietes, das den Kienberg und das angrenzende Wuhletal umfasst. Der Erholungspark Marzahn ist nicht nur die grüne Oase der Bewohner des Stadtbezirks sondern darüber hinaus eine touristische Attraktion. Heute ist der chinesische Garten einer der Gärten der Welt, die man am Blumberger Damm besuchen kann, vor allem besuchen sollte.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel
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