Kiez-Report August 2007: Seite 3
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Der Orientalische Garten -
Pracht und Fülle
Die meterhohen Mauern stemmen sich gegen die warmen Winde, die geschwängert sind mit dem rotbraunen Wüstensand. Sie fesseln den Duft von Lavendel, Salbei und Minze. Die massive Umgrenzung verdeckt die Oase, die verborgene Quelle. Das ist islamische Bautradition. Dem Garten in Marzahn fehlt das tatsächliche Umland, die karge sandige und felsige Wüstenlandschaft. Diese sollte sich der Besucher vorstellen, bevor er durch das große Bab-Al-Janan den Gartenhof betritt. Das erhöht den Aha-Effekt und fördert das Verständnis, warum die alten Perser solch ein Anwesen para-deiza nannten. Das war die Beschreibung für Paradies, das Wort für Garten. Die Mauern und Arkaden in Marzahn sind mit Keramikkacheln verziert, der Garten reich mit Ornamenten bestückt. Viele zeigen Pflanzenteile und Blätter. Der Gartenhof ist den orientalischen Vorbildern entsprechend geometrisch-vierteilig angelegt und verfügt über Wasserspiele mit Wasserbecken und Fontänen. Die Brunnenschale im Mittelpunkt des Hofes unter dem Pavillon ist die Quelle des Gartens. Hier haben die Wasserbecken ihren Ausgangspunkt. Wasser als Lebenselement durchzieht den Garten und spiegelt in Kanälen und Becken das Licht. Die gleichgroßen rechteckigen Beete bieten eine große Pflanzenvielfalt. Die Bepflanzung orientiert sich an den menschlichen Bedürfnissen nach Schatten, Farbe, Duft, Geschmack und Schönheit. Im Orientalischen Garten wurden Ziergehölze, Stauden, aromatische Kräuter, Rosen und exotische Obstgehölze gepflanzt, die den Traum vom Orient wach rufen. Hierzu gehören Orangen, Granatapfel, Mispel, Oliven, Quitten, Maulbeerbäume und Palmen. Kräuter wie Minze, Salbei und Oregano vervollständigen die gartenkulturelle Tradition. Für weitere Duft- und Farberlebnisse sorgen Flieder, Jasmin, Oleander und großblütige Magnolien. Der orientalische Garten bringt Pracht und Fülle, wie sie die Wüstenlandschaft vermissen lässt. Der Orientalische Garten im Erholungspark Marzahn ist repräsentativ für verschiedene Landeskulturen, gleichzeitig originär für Berlin. Der Garten ist in allen Kulturen der Welt ein Sinnbild für Frieden, Schönheit, Wohlstand und Glück. Den Berlinerinnen und Berlinern, ihren Gästen und den Touristen bietet der Besuch des Orientalischen Gartens an der Eisenacher Straße in Berlin-Marzahn ein echtes Erlebnis. Der Garten ist bis Ende Oktober an Wochentagen (Montag bis Freitag) von 12.00 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 9 Uhr bis zum Kassenschluss (September bis 20.00 Uhr; Oktober bis 18.00 Uhr)für Besucher geöffnet.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel
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