Kiez-Report August 2007: Seite 4

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Internationale Kunst auf dem Wasser, an den Ufern und Brücken der Spree-Fließe


Im Biosphärenreservat Spreewald schlängeln sich über eine Länge von 1.550 Kilometern Kanäle und Fließe labyrinthartig durch Wiesen und Felder, urwüchsige Waldlandschaften und idyllische Siedlungen. Schon Theodor Fontane schwärmte von diesem Naturparadies, wo sich die Spree in Hunderte von Wasserläufen verliert. Auch beim Kunst-Festival in Lübben spielt das Wasser eine „tragende Rolle". Es nennt sich „aquamediale" und zeigt zeitgenössische bildende Kunst auf und im Wasser, an den Brücken und Ufern der Spree-Fließe. Zwischen der Schloss- und Liebesinsel haben Künstler aus der Region sowie aus Frankreich, Holland, Schweden, Dänemark und Russland Objekte und Installationen zum Thema „Wassermann und Königskinder" dargestellt. Dabei ziehen sich die sorbische Sagengestalt, der Wassermann, und die Liebe zweier Königskinder, die wegen des tiefen Wassers nicht zueinander finden konnten, wie ein roter Faden durch die phantastische Wassergalerie.

Kunstinteressierte können jeden Donnerstag ab 17 Uhr bei einer Kahnrundfahrt vom Hafen 2 die Werke auf sich wirken lassen. Hier ein kurzer Einblick:

Gemütlich stakt der Fährmann den Kahn durch den Stadtgraben. Während der Besucher noch die reizvolle Landschaft des Spreewaldes genießt, kommt plötzlich die erste Kunstbrücke auf den Kahn der fröhlichen Leute zu. Jeder zieht automatisch den Kopf ein, denn die Brücke erscheint zu niedrig. Unzählige vergoldete Hände aus Latexmaterial strecken sich von der Decke auf die Durchfahrenden zu. Leicht gleiten „1001 Hände" über die Köpfe. So wird französische Kunst zum hautnahen Erlebnis. Danach wird's tragisch. Der polnische Künstler Matuszak stellt Shakespeares Inszenierung „Ophelia unter und über Wasser" dar. „Zwischen Himmel und Erde" heißt die mehrteilige Installation des deutschen Künstlers Lusici. Er schockt mit der Farbe ultramarinblau bei einem Uferstillleben, wo Mensch und Pflanzen in gegenseitiger Abhängigkeit und Harmonie miteinander existieren. Ganz in weiß sind dagegen die aus dem Wasser ragenden Hände der deutschen Künstlerin Ilka Bernd. Es könnten um Hilfe flehende oder Rettung suchende Hände sein, die über das Mythische hinaus auch ein Symbol gegenwärtiger Existenzkämpfe sein kann. Etwas weiter schwebt dicht über dem Wasser das „Luftschloss" eines dänischen Künstlers. Zwischen den Bäumen hängt eine dreiteilige Konstruktion aus Metall, die durch Spiegelung auf der Wasseroberfläche eine zusätzlich interessante Dimension bekommt.

Auch die anderen neun Künstler der „aquamediale" setzen sich mit dem für den Spreewald so lebensnotwendigen Element Wasser auseinander. Alle Kunstwerke sind noch bis zum 16.09.2007 vom Wasser oder vom Ufer aus zu sehen. Die geführte Kunstfahrt dauert etwa eine Stunde und kostet 10,- €. Informationen gibt es bei der Spreewaldinformation Lübben unter 03546-3090.

Kiez-Reporterin: C. Goesch

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