Kiez-Report Oktober 2007: Seite 4
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Kye Zeong - der Pavillon am Wasser
Heute soll uns der Weg in den Seouler Garten im Erholungspark Marzahn führen. Vorbild für die Gestaltung war „Das Haus der einsamen Freude". Die Stadtverwaltung von Seoul schrieb für das Projekt „Seouler Garten" in Berlin im Juli 2004 einen Wettbewerb aus. Der danach vorliegende Entwurf ermöglichte den Baubeginn in Marzahn schon im April 2005. Bereits im Oktober 2005 war die 4.000 Quadratmeter große Anlage, ein weiteres Beispiel traditioneller fernöstlicher Gartenkunst, fertiggestellt. Dieses großzügige Geschenk der Stadt Seoul an Berlin zeichnet sich durch eine abwechslungsreich gestaltete naturnahe Landschaft aus. Dazu gehören Höfe, ein reicher Figurenschmuck und ein Pavillon. Der Garten soll ein Ort sein, wo Menschen Freude, Anregung und Entspannung in der Natur finden können. Koreanische Gartenarchitekten aus Seoul, koreanische Handwerker haben den Garten gebaut und dabei überwie¬gend originale Bauelemente aus Korea für den Pavillon, die Mauern und Kunstwerke benutzt.
Großer Wert wurde auf die Besonderheiten der traditionellen koreanischen Gartenkultur gelegt. Drei unterschiedliche Bereiche kennzeichnen die Anlage. Da sind die „Ma-Dang", freie Räume oder Höfe. Da sind der Pavillon und die Landschaft. Der Pavillon ist auf Felsen gebaut und steht unmittelbar am Wasser. Er wird „Kye Zeong" (Pavillon am Wasser)genannt und beinhaltet für Korea typische Wohnräume. Die Landschaft stellt ein Abbild der realen Naturlandschaft Koreas mit ihren Felslandschaften und der typischen koreanischen Vegetation dar. Es wurden originale Baumaterialien und Pflanzen aus Korea eingesetzt. Dazu gehören die gebrannten und lasierten Ton-Dachziegel. Die Steinfiguren sind aus Granit und Lava von der Insel Jeju. Die ca. 200 Tonnen Steine im Garten und die Granit-Findlinge am Bach stammen aus der Nähe von Cottbus. Abstrakte Figuren, die an Wegen oder vor den Mauern der Höfe stehen, gehören zu den auffälligsten Elementen des neuen Gartens. Sie gehen auf das schamanische Weltbild Koreas zurück. Die großen Holzfiguren oder Totempfähle werden als „Zang Sung" bezeichnet. An sie wenden sich die Menschen mit ihren Wünschen. Wesentlich kleiner sind die „Buk Su", die vor Naturkatastrophen wie Feuer, Hochwasser oder Epidemien schützen sollen. Die hohen Masten mit abstrahierten Vögeln an der Spitze symbolisieren den schamanistischen Geistermast und werden „Sot Dä" genannt. Die Vögel sind Boten, die die Gebete der Menschen zu den Geistern in den oberen Welten tragen. Dem Seouler Garten im Erholungspark Marzahn sollten Sie unbedingt einen Besuch abstatten.
Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel
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